09. April 2007
Rettung naht? Planlose Zeitungen werden von noch planloseren Milliardären gekauft
Die amerikanische Medienbranche wurde letzte Woche erschüttert von der Meldung, dass der altehrwürdige Tribune-Verlag (Chicago Tribune, Los Angeles Times, Baltimore Sun etc.) vom milliardenschweren Baulöwen Sam Zell aufgekauft wurde. Zell hat keine Erfahrung in der Zeitungsbranche, besass aber immerhin vor Jahren mal ein paar Radiostationen, die er kurz später mit viel Gewinn weiterverkaufte. Den Kauf von Tribune will er nicht selbst bezahlen, sondern mit Schulden finanzieren, wie man das in Private-Equity-Kreisen halt so macht.
Ganz klar: Zell ist ein Finanzinvestor, der mit Firmen handelt wie andere Leute mit Aktien. Das ist an und für sich nicht verwerflich, aber die Journalisten finden das natürlich meistens nicht so toll. Man fürchtet massive Kosteneinsparungen bei den Tribune-Zeitungen, denn die vielen neuen Schulden des Konzerns müssen erstmal finanziert sein. Zell beilte sich zu behaupten, dass er selbstverständlich keinesfalls auf Kosteneinsparungen setze, sondern auf Umsatzsteigerungen.
Und Erzfeind Nr. Eins hat er auch schon ausgemacht: Google! Die schurkige Suchmaschine, so Zell dieses Wochenende, macht nämlich Gewinne auf Kosten der armen Zeitungen. Es müsse endlich Schluss sein damit, dass Google gratis den wundervollen Zeitungscontent für Google News kriegt.
Dieses Argument hört man aus Zeitungskreisen ständig, und nur darum wird es nicht richtiger. Google News enthält nach wie vor keine Werbeeinblendungen, und darum verdient Google keinen Cent daran. Im Gegenteil: Die Begünstigen sind die Zeitungen, die zusätzlichen Traffic bekommen über die Infrastruktur, die Google als Verlustgeschäft betreibt. Ausserdem kann jede Zeitung jederzeit ihren Content aus Google News herausnehmen lassen. Dass das die meisten nicht tun, spricht wohl für sich selbst.
Es muss wirklich schlimm stehen um die amerikanische Zeitungsbranche, wenn sich die einst stolzesten Verlage schon an irgendeinen beliebigen (wenn auch sehr erfolgreichen) Immobilienhai verkaufen müssen. Und noch schlimmer ist es, dass die neuen Eigner keine Ahnung haben, wovon sie da eigentlich reden. Kein Wunder, dass darum einst treue Zeitungsfans sich mit Grausen abwenden.
Ach, übrigens: Der Chef des Tribune-Verlags verdiente letztes Jahr trotz eines serbelnden Aktienkurses und eher trauriger Geschäftsergebnisse satte $6.3 Mio. Sergey, Larry und Eric von Google verdienten je $1 (plus Spesen) und müssen sich den Rest ihres Lebensunterhalts mit der Wertsteigerung ihrer Google-Aktien verdienen. Da scheint mir doch ein klitzekleiner Mentalitätsunterschied vorzuliegen...
Ganz klar: Zell ist ein Finanzinvestor, der mit Firmen handelt wie andere Leute mit Aktien. Das ist an und für sich nicht verwerflich, aber die Journalisten finden das natürlich meistens nicht so toll. Man fürchtet massive Kosteneinsparungen bei den Tribune-Zeitungen, denn die vielen neuen Schulden des Konzerns müssen erstmal finanziert sein. Zell beilte sich zu behaupten, dass er selbstverständlich keinesfalls auf Kosteneinsparungen setze, sondern auf Umsatzsteigerungen.
Und Erzfeind Nr. Eins hat er auch schon ausgemacht: Google! Die schurkige Suchmaschine, so Zell dieses Wochenende, macht nämlich Gewinne auf Kosten der armen Zeitungen. Es müsse endlich Schluss sein damit, dass Google gratis den wundervollen Zeitungscontent für Google News kriegt.
Dieses Argument hört man aus Zeitungskreisen ständig, und nur darum wird es nicht richtiger. Google News enthält nach wie vor keine Werbeeinblendungen, und darum verdient Google keinen Cent daran. Im Gegenteil: Die Begünstigen sind die Zeitungen, die zusätzlichen Traffic bekommen über die Infrastruktur, die Google als Verlustgeschäft betreibt. Ausserdem kann jede Zeitung jederzeit ihren Content aus Google News herausnehmen lassen. Dass das die meisten nicht tun, spricht wohl für sich selbst.
Es muss wirklich schlimm stehen um die amerikanische Zeitungsbranche, wenn sich die einst stolzesten Verlage schon an irgendeinen beliebigen (wenn auch sehr erfolgreichen) Immobilienhai verkaufen müssen. Und noch schlimmer ist es, dass die neuen Eigner keine Ahnung haben, wovon sie da eigentlich reden. Kein Wunder, dass darum einst treue Zeitungsfans sich mit Grausen abwenden.
Ach, übrigens: Der Chef des Tribune-Verlags verdiente letztes Jahr trotz eines serbelnden Aktienkurses und eher trauriger Geschäftsergebnisse satte $6.3 Mio. Sergey, Larry und Eric von Google verdienten je $1 (plus Spesen) und müssen sich den Rest ihres Lebensunterhalts mit der Wertsteigerung ihrer Google-Aktien verdienen. Da scheint mir doch ein klitzekleiner Mentalitätsunterschied vorzuliegen...



