06. Dezember 2005
Schlammschlacht um News-Portal des Schweizer Fernsehens
Bereits vor einigen Monaten gab es in der Schweizer Medienszene grosse Aufregung um die Pläne des Schweizer Fernsehens, ein eigenes Newsportal unter dem Label der Tagesschau zu lancieren. Seit gestern ist dieses nun live (http://tagesschau.sf.tv/), und das Protestgeheul aus der Ecke der Zeitungsverleger ist bereits wieder ohrenbetäubend. Es wird "massive Gegenwehr" angekündigt, auch wenn man noch offen lässt, wie die aussehen wird.
Eine gute Form von Gegenwehr wäre ja vielleicht, einfach selbst ein gutes Online-Angebot zu produzieren. Denn die neue Tagesschau-Site ist tatsächlich das deutlich beste Newsangebot im Schweizer Markt. Das Layout ist klar und übersichtlich, die Texte sind mediengerecht geschrieben, und überall warten noch ein paar Multimedia-Goodies. Klar, ein paar Ecken und Kanten hat das ganze noch: Dass Videoclips zur Meldung zum Beispiel unter der Überschrift "Mehrwert" verlinkt sind, ist wohl eher eine ziemlich introvertierte Redaktionssicht. Aber (für Schweizer Verhältnisse, traurigerweise) bemerkenswert: Es gibt einen RSS-Feed! Und es gibt ein Chefredakteurs-Blog, das im Moment aber noch ziemlich inhaltsarm ist. Da hat die Tagesschau fast schon einen Radikalitäts-Preis verdient...
Kein Wunder also, dass das den Zeitungsverlagen nicht gefällt. Mithalten können da eigentlich nur noch knapp die Angebote von NZZ und Tagesanzeiger. Über den Rest wollen wir mal lieber schweigen. Gut, es gibt ein paar sehr anständig gemachte regional orientierte Angebote, aber bei den allgemeinen News beschränken die sich meistens auch auf den Print-Content vom Vortag, ergänzt durch einen unbearbeiteten Agentur-Ticker.
Sicher, man kann sich berechtigterweise fragen, ob es wirklich die Aufgabe eines staatlichen Fernsehsenders ist, mit Gebührengeldern auch noch einen umfassenden Internet-Auftritt zu realisieren. Wenn man sich aber die wirklich mehrheitlich eher traurigen Angebote der privatwirtschaftlichen Medienunternehmen anschaut, muss man wohl sagen: Leider ja.
Die Mentalität der Verleger ist da schon etwas merkwürdig: Offenbar können und/oder wollen sie nicht mehr in ihre eigenen Internet-Angebote investieren. Und dann darf das auch kein anderer tun?
Eine gute Form von Gegenwehr wäre ja vielleicht, einfach selbst ein gutes Online-Angebot zu produzieren. Denn die neue Tagesschau-Site ist tatsächlich das deutlich beste Newsangebot im Schweizer Markt. Das Layout ist klar und übersichtlich, die Texte sind mediengerecht geschrieben, und überall warten noch ein paar Multimedia-Goodies. Klar, ein paar Ecken und Kanten hat das ganze noch: Dass Videoclips zur Meldung zum Beispiel unter der Überschrift "Mehrwert" verlinkt sind, ist wohl eher eine ziemlich introvertierte Redaktionssicht. Aber (für Schweizer Verhältnisse, traurigerweise) bemerkenswert: Es gibt einen RSS-Feed! Und es gibt ein Chefredakteurs-Blog, das im Moment aber noch ziemlich inhaltsarm ist. Da hat die Tagesschau fast schon einen Radikalitäts-Preis verdient...
Kein Wunder also, dass das den Zeitungsverlagen nicht gefällt. Mithalten können da eigentlich nur noch knapp die Angebote von NZZ und Tagesanzeiger. Über den Rest wollen wir mal lieber schweigen. Gut, es gibt ein paar sehr anständig gemachte regional orientierte Angebote, aber bei den allgemeinen News beschränken die sich meistens auch auf den Print-Content vom Vortag, ergänzt durch einen unbearbeiteten Agentur-Ticker.
Sicher, man kann sich berechtigterweise fragen, ob es wirklich die Aufgabe eines staatlichen Fernsehsenders ist, mit Gebührengeldern auch noch einen umfassenden Internet-Auftritt zu realisieren. Wenn man sich aber die wirklich mehrheitlich eher traurigen Angebote der privatwirtschaftlichen Medienunternehmen anschaut, muss man wohl sagen: Leider ja.
Die Mentalität der Verleger ist da schon etwas merkwürdig: Offenbar können und/oder wollen sie nicht mehr in ihre eigenen Internet-Angebote investieren. Und dann darf das auch kein anderer tun?


Kommentare
Da wehrt man sich halt erstmal nach Kräften - genau das gleice passiert ja in der Buchbranche, wo die amerikanischen Verleger gegen Google klagen und die deutschen meinen, es mit einer eigenen "buchaffinen Suchmaschine" besser zu können.
Doch SFDRS hat auch kein Geschäftsmodell - (bereits mit Gebührengeldern gekauften) Content einfach noch aufs Internet zu werfen, ist keine Kunst. Damit zu konkurrenzieren ist kaum möglich.
Wer Geld verdienen muss, der ist auf Skaleneffekte angewiesen. Er muss den Content auf allen Medienkanälen (Radio, TV, Print, Internet) verwursten und entsprechend auch umfangreiches Cross-Media Selling anbieten können.
Doch der Staat in der Schweiz hat viel dafür getan, dass die Medienhäuser im TV nicht einsteigen konnten (Monopolschutz für die SRG). Doch ohne TV ist nicht nur der wichtigste Werbekanal nicht vorhanden, sondern es fehlt zudem ein wichtiger Contentlieferant.
Den Medienhäusern mangelnde Initiative vorzuwerden ist da billig - man muss auch noch können!
Wow! Danke für die Blumen!