15. April 2005
Murdoch: Böses Internet geht einfach nicht weg
Ein interessanter Artikel aus dem Guardian über einen Vortrag von Rupert Murdoch vor amerikanischen Zeitungsleuten: Murdoch, dem man mit seinen 74 Jahren kaum jugendlichen Enthusiasmus für neumodische Dinge vorwerfen kann, stellt fest, dass die Zeitungsverlage noch immer zu wenig tun, um der Verlagerung der Mediennutzung ins Internet Rechnung zu tragen.
Und hierbei geht es nicht einfach nur um einen neuen Kanal für die guten alten Inhalte, die man sowieso hat, sondern um ein gänzlich neues Verhältnis zwischen Medienschaffenden und Medienkonsumenten. Ja, auch Blogs erwähnt er als wichtiges Phänomen.
Einige der interessanteren Zitate:
Und besonders interessant von einem Zeitungsmogul, der immer gern mal die öffentliche Meinung mit seinen Medien zu steuern versuchte:
Da brodelt's offensichtlich. Interessant, dass im Moment gerade gehäuft über diese Migration vom gedruckten zum digitalen Medium berichtet wird. Auch der Spiegel hatte diese Woche eine grössere Story darüber, dito die Netzwoche (Artikel nicht online verfügbar, ähem). Vermutlich ist der Abwanderungseffekt inzwischen kommerziell so deutlich spürbar, dass man das Netz jetzt doch noch anfängt als Bedrohung ernst zu nehmen.
Nur blöd, dass man sich damit womöglich hinter einen fahrenden Zug wirft und wieder mal verpasst, dass der nächste Zug gerade anrollt. Internet ist nämlich was für die alternde Generation zwischen 25 und 40, nicht für die Generation von morgen: Die neusten Studien zeigen, dass im Segment der Teenager schon das nächste Medium die Vorherrschaft übernommen hat, nämlich das Handy. In dieser Gruppe geht der TV-Konsum nochmals dramatisch zurück (ganz zu schweigen vom Zeitunglesen), während gleichzeitig 30mal so viele SMS verschickt werden wie bei der nächstälteren Schicht.
Leider sieht es mit dem diesbezüglichen Angebot der Schweizer Medienhäuser (und Telcos) reichlich düster aus. Die einzig halbwegs akzeptable Mobile-News-Site im Schweizer Markt ist die von Swissinfo, die womöglich bald dicht gemacht wird. Andere verlangen im vollen Ernst 2 Fr. die Woche für den immer gleichen SDA-Agenturfeed.
Nein, liebe Medien- und Telecomkonzerne, die Konsumenten von morgen werden nix zahlen für generische Agenturware. Aber durchaus was für wirklich guten, mediengerecht aufbereiteten Content.
Und hierbei geht es nicht einfach nur um einen neuen Kanal für die guten alten Inhalte, die man sowieso hat, sondern um ein gänzlich neues Verhältnis zwischen Medienschaffenden und Medienkonsumenten. Ja, auch Blogs erwähnt er als wichtiges Phänomen.
Einige der interessanteren Zitate:
"I believe too many of us editors and reporters are out of touch with our readers."
"I suspect many of you in this room did the same, quietly hoping that this thing called the digital revolution would just limp away. Well it hasn't... it won't...and it's a fast-developing reality we should grasp as a huge opportunity to improve our journalism and expand our reach."
Und besonders interessant von einem Zeitungsmogul, der immer gern mal die öffentliche Meinung mit seinen Medien zu steuern versuchte:
"They [young people] don't want to rely on the morning paper for their up-to-date information. They don't want to rely on a God-like figure from above to tell them what's important. And to carry the religion analogy a bit further, they certainly don't want news presented as gospel."
Da brodelt's offensichtlich. Interessant, dass im Moment gerade gehäuft über diese Migration vom gedruckten zum digitalen Medium berichtet wird. Auch der Spiegel hatte diese Woche eine grössere Story darüber, dito die Netzwoche (Artikel nicht online verfügbar, ähem). Vermutlich ist der Abwanderungseffekt inzwischen kommerziell so deutlich spürbar, dass man das Netz jetzt doch noch anfängt als Bedrohung ernst zu nehmen.
Nur blöd, dass man sich damit womöglich hinter einen fahrenden Zug wirft und wieder mal verpasst, dass der nächste Zug gerade anrollt. Internet ist nämlich was für die alternde Generation zwischen 25 und 40, nicht für die Generation von morgen: Die neusten Studien zeigen, dass im Segment der Teenager schon das nächste Medium die Vorherrschaft übernommen hat, nämlich das Handy. In dieser Gruppe geht der TV-Konsum nochmals dramatisch zurück (ganz zu schweigen vom Zeitunglesen), während gleichzeitig 30mal so viele SMS verschickt werden wie bei der nächstälteren Schicht.
Leider sieht es mit dem diesbezüglichen Angebot der Schweizer Medienhäuser (und Telcos) reichlich düster aus. Die einzig halbwegs akzeptable Mobile-News-Site im Schweizer Markt ist die von Swissinfo, die womöglich bald dicht gemacht wird. Andere verlangen im vollen Ernst 2 Fr. die Woche für den immer gleichen SDA-Agenturfeed.
Nein, liebe Medien- und Telecomkonzerne, die Konsumenten von morgen werden nix zahlen für generische Agenturware. Aber durchaus was für wirklich guten, mediengerecht aufbereiteten Content.


Kommentare
ich hab vor kurzer Zeit erst dein Blog gesichtet und bin darüber sehr froh :-)
Aber als Medeinschaffende: lass uns bitte den Begriff "Content" verbannen. Der ist -- gelinde -- furchtbar.
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